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Dienstag, 28. Oktober 2014

Mit Knalleffekt






Ost-Ennerich (VSE)
- Mo - 27. 10. 2014 -

Hat Ihnen denn
der letzte Spruch gefallen ?  Wenn ja, dann denken Sie ruhig ein wenig darüber nach, denn der Spruch hat es schon irgendwie in sich und hält weit länger als einen Monat vor. 


Woran man sehen kann, 
daß Kalendersprüche nicht zwangsläufig altbacken, Binse oder seicht sein müssen, also wesentlich besser als ihr Ruf sind. Zumindest soliche, die wo Eo so macht.

Und wie’s eben der Zufall will,
hat einer von der geistreichen Sorte, die es in unserem Medienbereich schließlich auch noch gibt, wenn auch eher als Exoten oder als urwüchsige Eigengewächse, letztens ein Buch mit - nun, wie soll ma sagen - ach so, mit Aphorismen herausgebracht.

Also mit kandierten Sprüchen,

die bitter und süß zugleich schmecken, weil sie auf der einen Seite in eine witzige und prägnante Form gebracht, zum anderen aber doch mehr sarkastischen Inhalts sind.

'S freut mich natürlich,
wenn ein Verlag mit neuen, auf die Zeit bezogenen Aphorismen auf den Markt kommt und dies dann auch bemerkt wird und damit der Versuch unternommen, diese literarische Kleinform wieder etwas populärer zu machen, damit die Leute sehen, was sie eigentlich daran haben.

Und so habe ich mich
auch gleich veranlaßt gefühlt, auf die Präsentation des Buchs von Michael Klonovsky - Aphorismen und Ähnliches - kurz in Sachen Aphorismen, Stellung zu beziehen, sintemal diese mir ja wegen langjährigen Umgangs mit diesen  gar sehr am Herzen liegen.

Spontan drauf losgeschrieben 

und dann diese Zeilen in Sachen Aphorismus bei eim von Gumschenseite übel beleumundeten Blogg mit ordentlich viel Lesern reinstellt:





Nun, mit Aphorismen
haben es die Leute heute leider nicht so, wie man an der niedrigen Zahl an Antworten sehen kann.

Dabei sind Aphorismen
und andere gehaltvolle oder auch witzige Sprüche die eigentliche Hefe, also das Treibmittel, das ein Gespräch, eine Diskussion oder eine Rede erst so richtig intressant, lebendig und einrpägsam macht, nicht zuletzt weil diese sich zumeist leicht merken und gut weitererzählen lassen.

Leider in unserer Zeit
eine ziemlich abgewürgte und unterschätzte literarische und dabei gesprächstaugliche Ausdrucksform.
 

Denn Aphorismen sind,
wenn sie gut sind, oft starke Bilder, wo Dinge, die auf den ersten Blick wenig verbindet, in eins gesetzt werden, mit anderen Worten prägnante Sätze mit eim gewissen Knalleffekt.

Beispiel gefällig ? 
Nun gut:  So effektiv wie Insekten können Menschen nur dann arbeiten, wenn sie in Sekten organisiert sind.

Oder mit den Worten
von Theodor Fontane gesprochen - ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.

Übrigens, 

nicht nur ein Michael Klonovsky schreibt gute Aphorismen ...  




Diesen Satz zum Schluß

konnte ich mir dann doch nicht verkneifen und hab sogar noch einen Verweis zu den ‘Teuflischen Plänen’ gesetzt, was ja auch etliche Neugierige anzog.

Und so konnte sich 

der September-Spruch ‘Teuflische Pläne …’ quasi aus dem Stand bei Gugel.de/bilder unter ‘Kalendersprüche’ alsbald ziemlich weit oben (Seite 5) plazieren.

Bliebe noch zu sagen,
daß es diesen Spruch ínzwischen auch als Aufkleber gibt, so wie der oben abgebildete Klartext-Spruch, und zwar in zwei verschiedenen Größen zum einen im Format 7 x 14,7 cm und  etwas kleiner in 5 x 10,4  cm - à 70 c / 50 c.




Nun, der Apho-Artikel 

sollte ja schon die letzte Woche seine digitale Reise antreten, aber wie’s halt so geht und weil mir die paar Leser nun auch nicht groß Antrieb sind, also schön gemach. The Life is tot schort, to give it tue Lächerlichkeit preis.

Huch, was steht denn jetzt da ?!  

Zugegeben, das ist ein etwas alberner Satz der Marke ‘Mit Englisch anfangen und mit Deutsch enden’, aber wie er sich jetzt darbietet ist dies das Ergebnis dieses Korrekturteufels, der ständig im Hintergrund lauert und meint mich immerzu korrigieren zu müssen.

Denn eigentlich lautet dieses Mix-Spruch:



Life is too short, 
to give it 
the Lächerlichkeit 
preis 




... Musikspur:  Baden Powell - Samba en Preludio ...






Samstag, 8. Januar 2011

ein Apho von Eo

Ost-Ennerich (VSE)
7. 1. 2011 - Fr

Und, haben Sie bisher schon mal
etwas von Johann Beer gehört ?! Höchstscheinwahrlich nicht, denk ich mal. Sehen Sie, vielleicht hat er ja Ihr Interesse geweckt. Und wenn er Ihnen nicht gänzlich unbekannt war, hat es Sie sicher gefreut, daß er auf diese Art mal wieder Erwähnung erfahren hat.

Von da her scheint mir auch
das sintemal gerechtfertigt, obschon es mir auch vom Klang her gut gefällt. Empfehle fürs erste das NARRENSPITAL mit der urkomischen Geschichte von dem faulen Lorenz hinter der Wiesen …

Habe beim Lesen mehr lachen müssen
als bei Asterix zB. Bei Eo kann ma schon das ein oder andere entdecken, gelle ? Und sogar lernen, wenn man will. Aber auf die Kurse hab ich sogar schon hingewiesen.

Und demnächst wird es auch ein Blättchen
zum Herunterladen geben, nach Art einer kleinen Zeitung mit dem hübschen Namen ENNERICHER ALLGEMEINE sowie dem Untertitel NACHRICHTEN AUS ZEIT UND RAUM. Was Sie da erwartet ? Ein paar Texte, dazu so einige Sprüche, sowie paar Bildchen und dann noch Reklame, also praktisch ein Mix wie in jeder richtigen Zeitung auch, aber seitenmäßig viel knapper bemessen.

Wer mehr lesen viel,
kann sich ja in die Bloggs vertiefen oder eben Bücher bestellen. Also, langer Rede kurzer Sinn, wenn Sie mir etwas Gutes tun wollen, kaufen Sie meine Bücher. Und wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, lesen Sie meine Bücher.

Sind zumeist ja Aphorismen
und kurze Texte, oft kurz und knackig aber auch melodisch und lyrisch. Kann ma sich zu Gemüte führen wie Weinbrandbohnen. Man nimmt zweidrei, steckt sie langsam in den Mund und erfreut sich an den herausquellenden Tropfen. Und dann ist es wieder genug.

Kann man also schön in Etappen
zu sich nehmen wie eine Schachtel Pralinen. Zu einer bestimmten Zeit, sei es beim Nachhausekommen oder vor dem Schlafengehen - ma liest ein wenig und hernach denkt man ein wenig darüber nach.

Und so in etwa sind die Aphos
schließlich auch intendiert, nämlich als eine Art Anleitung zum Selber-Denken.


Und weil ich nun gar so vollmundig
die Vorzüge der Aphos gepriesen habe, hier nun eben statt eim Spruch die Probe aufs Exempel. Das Stichwort Zeitung hat da letztlich den Ausschlag gegeben.

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|; 93. :|


942 Bd II
... und brachte neue Zeitung.

In den Zeiten als es noch keine Zeitungen gab,
waren die Menschen, insbesondere diejenigen,
die viel herumkamen,
selber wandelnde Zeitungen.
Und gerade dieser Umstand sorgte dafür,
daß das Leben weitaus bunter
und weniger langweilig war,
als wir uns das heute –
mit unserer Rumdum-Medienversorgung –
tatsächlich noch vorstellen können;
denn die Menschen hatten sich
in diesen längst vergangenen Tagen
noch ausgesprochen viel zu erzählen;
und außerdem standen gute Erzähler
in einem hohen Ansehen.

Apho Nr. 924

aus: Anleitung zum Selber-Denken
(Band II, Salonis)



Hier noch ein Verweis zu etwas anderem, ebenfalls Barockigem.

... Musikspur: Ravel - Pavane pour une Infante défunte / Ensemble Wien-Berlin ...

Dienstag, 28. Dezember 2010

Was aber ist primitiv ?

Ost-Ennerich (VSE)
27. 12. 2010 - Mo

Wo ich doch zuletzt beim Schreiben war,
und, man möge es mir verzeihen, ein wenig Reklame gemacht habe für Schreibkurse im LI-LA Literatur-Laden - denn auch ein Autor lebt nicht bloß von Wörtern und schönen Worten allein - hätte ich da noch einen Text aus schneelosen, späten und ungewöhnlich milden Novembertagen anzubieten, der einen bestimmten Aspekt bei dieser gedanklichen Montage-Arbeit aufgreift, der bekanntlich viele abschreckt und daher leicht die Lust daran verlieren läßt, weil man erst mal nicht vom Fleck kommt.

Aber das trifft selbstverständlich
auch auf andere Bereiche des Lebens zu - ohne Geduld, eine gewisse Hartnäckigkeit und Ausdauer geht es nicht. Und erst recht nicht voran.


Schreiben ist eine schöne Sache,
keine Frage, würde ich’s sonst tun ? Aber das gilt vor allem dann, wenn es läuft oder wenn ma den Text gerade mit eim gewissen Hochgefühl abgeschlossen hat.

Aber solange der Prozeß
noch nicht so recht in Fahrt gekommen ist, fühlt ma sich mehr wie ein Nachtschwärmer an der Bushaltestelle, der ungeduldig auf den Bus wartet. Soviel er auch schaut und sich den Hals verrenkt, der Bus will einfach nicht kommen.

Unergiebige Momente,
in denen einem die Zeit lang werden kann. Ma denkt an dies und dann an das, aber alles dünkt einem gleich belanglos, nichts will wirklich zünden und die Worte und Gedanken muten an wie faulige, modrige Pilze.

Zweifel nisten sich ein,
womöglich steh ich hier auf verlorenem Posten und kann warten bis ich schwarz werde. Doch dann zeigt sich im Dunkel ein vielversprechendes Licht und tatsächlich, es kommt näher heran, hält direkt vor den eigenen Füßen und fordert einen auf einzusteigen. Aha, der Bus ist nun endlich da, es kann also losgehen.

Soviel anders
ist es auch nicht beim Schreiben, wenn endlich nach einer Zeit des Harrens ein brillanter Satz Kontur annimmt oder ein mitreißender Gedanke konkreter wird, der beflügelt und wie ein Ballon uns in die Lüfte erhebt.



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Nach den geballten Kalendersprüchen
jetzt mal wieder ein Apho von Eo, denn alle möchte ich hier nicht so schnell preisgeben; sonst fehlt ja der Anreiz die KALENDER-SPRÜCHE 2011 zu bestellen …


(/ 91. \)


Die Sprache der Fäuste.

Was aber ist primitiv ?
(Da höre ich schon die Schlauberger
ursprünglich sagen)

Primitiv ist
(einen) Menschen mit Gewalt

- vorzugsweise mit roher -
unter großen Ängsten
gefügig zu machen.

Apho Nr. 772
aus: Anleitung zum Selber-Denken
Band 1
(Salonis, 1999)


Und noch was.

Daß längst nicht alle Barbarenkönige der Völkerwanderungszeit so primitiv waren, wie man ihnen nachrühmt, zeigt dieser Brief.


... Musikspur: Santana - Somewhere in Heaven / Milagro ...