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Donnerstag, 10. Januar 2013

Unlogische Vorverlegung ...


Diese Köpfe hier aus Eos Galerie


Ost-Ennerich (VSE)
- Mi - 9. 1. 2013 -


Nach dem Jahresbeginn
ist vor dem Jahresbeginn, wie eine alte Fußballerweisheit lautet, denn ehrlich gesagt kann ich in den Mienen der Menschen, die mir so Tag für Tag begegnen, keinen Unterschied  erkennen - die sehen oder besser kucken zumeist genauso abwesend und abweisend und unfroh aus der Wäsche wie vor dem Jahreswechsel. 

Dabei möchte ich das
gar nicht mal den Leuten in die Schuhe schieben; dann doch eher dieser aberwitzigen Festlegung auf dieses Datum - so komisch drangesetzt und nachgereicht, kaum daß die längste Nacht vorübergezogen ist, also im Ausklang der Wintersonnenwende gleich noch den Jahreswechsel dranhängen  als Nachschlag..

Warum so gehäuft
und so dicht beieinander diese beiden signifikanten Punkte auf dem Jahreskreis ?  Hab ich mich schon als kleiner Junge gefragt. Aber außer eim Is-eben-so keine vernünftige Antwort erhalten.

Wie anders, wenn dann
die Tage wieder länger werden, die Sonne gute Miene macht und der Frühling seinen Einzug hält - sogleich lassen sich die Menschen vom Aufbruch und Sprießen der Natur anstecken und die linden Lüfte zaubern ihnen ein Lächeln aufs Antlitz.

Seltsam, um wie viel feierlicher und echter
wäre die Feier des Neuen Jahrs, wenn diese Feier auch an eim entsprechenden Tag begangen würde, dann nämlich wenn das Neue Jahr auch in der Luft liegt und mit allen Sinnen gespürt und geschmeckt werden kann. 

Ob dies denn der Grund
für diese unlogische Vorverlegung des Jahresbeginns ist ?  Nämlich der mißgünstige Gedanke, dafür einen Tag zu wählen, der denkbar ungünstige Voraussetzungen dazu bietet, einen solchen Wendepunkt mit vielen anderen gemeinsam im Freien verbringen und feiern zu können.

Klingt aberwitzig,
aber bei dem, was einem von Zeit zu Zeit so  erreicht, doch nicht ganz unwahrscheinlich und damit nicht gleich von der Hand zu weisen. Oder um eine Tendenz abzugeben - eher als nit.

Und wenn ich dann noch
an den Zölibat denke, also die von der Instituzion Kirche gewollte und geforderte Ehelosigkeit und Keuschheit der Priesterkaste, komm ich echt ins Grübeln.

Wenn man auch diese Fragestellung
dergestalt etwa - für was soll das gut sein  und ist das nicht wider die Natur ?
unter eim ähnlichen Blickwinkel betrachtet, kann man unter Umständen  zu frappierende Einsichten gelangen ...

Aber das ist ein noch viel
gewichtigeres Thema, zu dem es nötig  wäre, doch sehr viel weiter auszuholen, um es für eher unbedarfte oder uneinsichtige Gumschen verständlich zu machen. Und das würde auch bedeuten, daß ma den schmutzigen Faktor nicht aussparen kann.

Also doch mehr ein Thema für sich,
das zu gegebener Zeit zur Sprache kommt. Muß dafür erst noch mit Darlington und McReady Tee trinken.









Ist übrigens der Juni-Spruch
der Kalender-Sprüche 2008. Jaja, schon lange her, aber paßt eben diese Woche ganz hervorragend. Es soll ja nicht verschwiegen werden, daß ich nicht nur in Sachen Sprüche aktiv und kreativ bin sondern auch graphisch was zu bieten habe. Und so sieht man ganz oben 8 verschiedene Köpfe aus der Feder von Eo Scheinder.

Ach, wo alle allüberall
ihre Reklame machen, darf ich das wohl auch. Wer also für die Firma, für ein Buch oder für eine Werbekampagne einen lustigen Kopf, ein starkes  Logo und dazu noch Sprüche braucht, die sich einprägen und daher haften bleiben, sollte mal im LI-LA Literatur-Laden vorbeikommen oder auf elektronischem Wege anfragen.

Um sich einen ersten Überlick
über Entwürfe von Eo zu verschaffen, genügt es mal kurz Gugels Galerie zu besuchen (Suchbegriffe Bilder) , ergiebig ist zB. die der Suchbegriff „ost-ennerich“ oder einfach  eo scheinder in Gänsefüßchen. Ist für den ersten Überblick ganz hübsch, ist aber nur ein winziger Ausschnitt.

... Musikspur:  Trinitiy / Julie Driscoll - When I was young ...

Freitag, 9. April 2010

Askese is Käse ...

Ost-Ennerich (VSE)
Do, 8. 4. 2010

Wie gut schmeckt es doch, wenn man so richtig Appetit hat. Eine reine Binsenweisheit, mehr eigentlich nicht und dennoch eine Weisheit, da sie in (noch) wohlstandsfetten Zeiten vielerorts ziemlich in Vergessenheit geraten sein dürfte. Eine solche Erfahrung war in früheren Zeiten zumindest für das einfache Volk Allgemeingut; entweder zwangen die Umstände dazu, Mißernten und Verknappung der Lebensmittel als Ursachen oder Sitten und Gebräuche, die die Menschen zu einschränkenden Verhaltensweisen ermahnten (Fastenzeit). Überdies mußten die meisten von früh bis spät körperlich hart arbeiten; was bekanntlich auch für einen glänzenden Appetit, einen Bärenhunger eben sorgt, sofern nur reichlich genug auf dem Tisch steht. Natürlich verhilft auch die Verfeinerung der Zutaten und Zubereitung bis zu eim gewissen Grade dazu, den Gaumenreiz zu erhöhen Aber der Hunger oder genauer der Spaß beim Essen und die Freude am Genießen wird deutlich mehr durch die vorab genannten Methoden gesteigert - entweder für eine kürzere oder längere Weile fasten oder sich bei anstrengender Arbeit, wozu auch Sport gehört, zu verausgaben. Denn dann schmeckt es besser als im besten Restaurant (in welchem man zumeist für teures Geld nur auf kunstvolle Art eine Mikroportion auf dem Teller serviert bekommt in vierfünf Gängen mit zwanzigmütigen Pausen dazwischen, ohne daß man sich die Wartezeit dazwischen mit einer Zigarette am Tisch verkürzen dürfte). Das sind nun keine Gedanken aus dem hohlen Bauch heraus sondern schon mehr aus dem vollen Bauch. Klar, Ostern liegt jetzt hinter uns und da liegt es wohl nahe, daß man sich nach all den süßen Spezereien und Naschereien ein wenig den Bauch hält. Ja, ich habe mich reichlich bedient an bunten Tellern und vollen Nestern und das ganz ohne Skrupel, hatte ich doch ein gutes Gewissen. Denn für sechs Tage hatte es vorab nichts gegeben, nichts jedenfalls an fester Nahrung, Nulldiät also, nur Wasser, Tee, Kaffee und so. Diesem Fasten ging ein vor etlichen Wochen gefaßter Entschluß voraus. Keine Ärzte, keine Gurus, keine Gruppen, einfach während dieser Tage nichts essen und nicht groß darüber nachdenken. Dann geht es leicht; aber man sollte seinen Magen vorab schon ein wenig träniert haben, dh. auch mal eine Mahlzeit ausfallen lassen, nicht immer nach eim festen Schema zur Tafel schreiten, das Hungergefühl gelegentlich einfach weckdrücken können. Wenn man das für eine Weile durchhält, spürt man zunächst ein leichtes flaues Gefühl, das dann aber nicht mehr so recht wahrgenommen wird und schließlich als eine angenehme Leichtigkeit erfahren wird. Dann können auch die Leute nebenan im Café genüßlich an ihrem Schnitzel kauen … Juckt mich jetzt nicht weiter und demnächst darf ich ja wieder. Also, wo ist das Problem ?

Früher als ich noch jung und rebellisch war, dachte ich ähnlich wie der hedonistische Zeitgeist, daß Fasten bloß etwas für ausgemergelte Betbrüder und alte Betschwestern sei und reimte daher frech und flott apodiktisch ASKESE IS KÄSE und der ganze Zölibat ist völlig fad oder der Zölibart muß abgeschnitten werden usw. Aber mittlerweile, dh. mit den Jahren ist die Betrachtung in Bezug auf körperliche Bedürfnisse und Begierden sowie deren Kontrolle weitaus differenzierter geworden. Und ich meine, daß ich das mit der Askese inzwischen besser verstanden habe und den Wert und den Sinn dieser Übung durchaus zu schätzen weiß. Denn Askese zu deutsch Enthaltsamkeit ist imgrunde gar nicht so schlimm und auch nicht so verkehrt, wie es sich zunächst anhört, da es keineswegs Entsagung und Verzicht auf immer und ewig meint, sondern eigentlich nur für eine begrenzte Zeit. So zumindest würde es in meinen Augen richtig Sinn machen. Askese eben als eine praktikable Methode zu begreifen, um sich zum einen eine größere Unabhängigkeit von den eigenen Trieben und gegenüber den damit verbundenen situativen Anfechtungen zu verschaffen, also nicht jeder Verlockung und jedem Angebot alsbald auf dem Leim zu gehen, und zum anderen um durch bewußt geübte Enthaltsamkeit hernach dann wieder aus vollen Zügen genießen zu können. Beides vernünftige Ziele im übrigen und so ist mir die Fastenwoche auch gar nicht schwer gefallen. Habe zum Ende hin am letzten Abend, dies sei zum Schluß noch angemerkt, dann natürlich den Magen erst mal nur leicht angefeuert in Gestalt eines halben Teilchens, damit der Übergang in die andere Phase nicht so abrupt erfolgt. Aber dann schmeckte es am nächsten Morgen vorzüglich, wenn nicht hervorzüglich.

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ع .49. و


Die Menschen unterscheiden sich schon sehr;
insbesondere darin,
welche Eigenschaften und Fertigkeiten
sie jeweils gepflegt und aufgebaut haben
und welche sie dafür besonders vernachlässigt haben
und entsprechend geringgeschätzen.


Für morgen ist dann noch eine interessante Lesung anzuzeigen.

...Musikspur: O spectabilis viri - Hildegard von Bingen / Time of the Dawn...