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Mittwoch, 15. Juni 2011

Das Friede-Freude-Eierkuchenprinzip

Ost-Ennerich (VSE)
14. 6. 2011, Di

Glaube, ich muß mal wieder
in die Kiste greifen. Schon so lange nichts mehr hier reingestellt, aber wo die Leser nur so stumme Stummfische sind oder dröge Schatten, zu keiner Äußerung fähig ,und sprachlos bleiben, kommt’s auch gar nicht drauf an.

Schließlich leben wir,
wie uns die Halb-, Dreiviertel- und wirklich Mächtigen weismachen wollen, im Zeitalter der Egalität; kein Wunder also, daß den Leuten viele Dinge, darunter einstmals wichtige, ziemlich egal geworden sind. Warum soll es mir da anders gehen ?

Doch auf Dauer immer nur schweigen,
kann es auch nicht sein und so greif ich locker in die Kiste. Hier nun das Friede-Freude-Eierkuchenprinzip. Hat derweil gut drei Monate auf dem Puckel.




Das Friede-Freude-Eierkuchenprinzip
der progressiven Roßtäuscher dürfte in den folgenden Jahrzehnten endgültig zu Grabe getragen werden. Und warum ? Ganz einfach, weil es nicht funktioniert.

Denn die Natur ist eben
nicht so strukturiert. In ihrem Geltungsbereich jedenfalls spielt doch mehr das Prinzip Konkurrenz hinein.

Alle Menschen werden Brüder ?!
Daß ich nicht lache. Dieser hehre Anspruch funktioniert ja noch nicht einmal durchgängig unter echten, also leiblichen Brüdern.

Die Gegensätze und Unterschiede
sind da aufs Globale gestreckt und auf die Einewelt ausgedehnt schon von ganz anderem Kaliber. Und wer sie bewahrt und achtet, der hat ein langes Leben, zwar nicht immer und jederzeit individuell aber dann doch wenigstens auf das Ganze gerechnet, auf die Gruppe bzw. das Volk bezogen, dem man angehört; wie ein Blick in die Weltgeschichte zeigt.

Tradition wie auch Geschlossenheit
erscheint in diesem Zusammenhang dann nicht ganz so unwesentlich, wie es in dieser Zeit so gern hingestellt wird, denn die erfolgreichen sind in der Regel die - und eben auch heute - die derlei bewahrt und nicht davon abgelassen haben.



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´/ 117. \`

Aber Streit
hat ja schließlich
auch immer was gutes,
so stressig das jeweils ist
- da kommt nämlich
der wahre Charakter
zum Vorschein.




Und wer noch wissen will, wo der Spruch 'Die Sache ist geritzt' herrührt, sollte sich einmal in den Apho-Blogg begeben.

... Musikspur: Pink Floyd - Sheep ...

Mittwoch, 5. Januar 2011

abschaffen oder ausschaffen ?

Ost-Ennerich (VSE)
4. 1. 2011 - Di

Ob ich den stumpfen Stummfischen
noch ein frohes Neues Jahr wünschen soll - mit allem, was dazu gehört ?! Ach nee, das haben die ja gar nicht verdient, sintemal sie sich alle so bedeckt halten und auch nicht mal für einen kleinen Moment aus der Deckung hervorkommen.

Ob’s auf Intresse stößt und goutiert wird
oder mehr auf Desintresse oder gar Ablehnung, soll mir herzlich egal sein. Und wie’s um diese Zeit bestellt ist, sieht jeder, der mit offenen Augen durch unsere Städte geht und zu eigenständigem, unverbildetem Denken in der Lage ist.

Es dürften in nicht allzu ferner Zukunft
mal wieder einige historische Tage anstehen, die in historische Entscheidungen einmünden werden, um die zuvor und danach heftigst gerungen wird. Dann wenn kein Lavieren und Relativieren mehr möglich ist und die Wahl allein zwischen Traum und Erwachen besteht.

So in etwa die Alternativen,
von dieser, unseren Seite aus betrachtet. Man könnte auch sagen abschaffen oder ausschaffen ist hier die Frage, die demnächst gestellt wird. Doch der Trend geht derzeit leider noch immer mehr in Richtung Abschlaffen.

Die Ignoranz ist nun einmal
in Verbindung mit Feigheit und Egoismus sowie fehlendem Ehr- und Verantwortungsgefühl einer der bestimmenden wenn nicht der bestimmendste Wesenszug dieser Epoche, dieser Zeit der großen Wurschtigkeit. Was (bzw. wen) interessiert schon der Zustand der Zeit, wenn der Kühlschrank gut gefüllt ist und auf der Breitbildglotze eine Kochsendung die andere jagt und Unterhaltung ohne Ende daraus hervorquillt.

Nein, da reih ich mich besser gar nicht ein
und halte es lieber mit eim lustigen Gesellen namens Johann Beer, der vor mehr als 300 Jahren die Sache, also das Schreiben betreffend und auch warum und wofür blabla vortrefflich, dabei gespickt mit lostigen Worten, und sehr stimmig auf den Punkt gebracht hat.

Dieser Johann Beer ist nebenbei gesagt
ein echter Geheimtip; habe schon vor Jahren in den APHO-BRIEFEN mal auf ihn hingewiesen und auch schon zwei Beer-Lesungen im LI-LA Literatur-Laden veranstaltet.

Dafür muß allerdings
der zunächst vorgesehene Ozeanspruch entfallen …



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)> 92. <(





Ich sitze auch nicht am Schreibtisch
um mit absonderlichen Redensarten
die Welt zu erfüllen,
sondern was ich schreibe,
schreib ich zu meiner Lust.
Denn es jucken mich immer
einige lustige Caprizzen zwischen den Ohren,
so daß ich ohne Unterlaß
mit diesen Frettereien zu tun kriege.

(noch mal reingesetzt für all diejenigen,
die wo mit Fraktur so ihre Paraboleme haben)



Gibt's in der abgebildeten Form
für wenig Geld auch
als festes Schild zum Merken oder Verschenken, für an die Pinnwand oder fürs Clo oder so ...

Im Raucher-Club hat's mal wieder
einen neuen Beitrag und zwar mit dem verheißungsvollen Titel



... Musikspur: Dave Brubeck - Take five ...

Montag, 31. Mai 2010

... nicht der Hannjer

Ost-Ennerich (VSE)
30. 5. 2010 So

Manchmal frag ich mich, warum ich nicht öfter was hier reinsetze. Doch dann sag ich mir meistens - wozu ? Den Lesern geht es halt am Arsch vorbei, außerdem sind die sowieso alle überfüttert, also keine Perlen vor die Säue. Schätze mal, daß die meisten eh nicht mitkommen und weitere einfach nicht mitgehen wollen. Nun gut, dann geh ich eben allein; und zwar nur dann, wenn es mir gefällt. Kann ich schließlich halten wie ein Dachdecker und ist mir auch egal wie 88 oder wie es so schön heißt, ein Handkees stinkt von allen Seiten, wird aber trotzdem von den Frankfurtern gerne gegessen. Und wenn er dann vertilgt ist, sagen sie, jetz is de Kees gesse. Aber ma muß ja nicht, wie Oscar Wilde sagt, einen Käse zur Gänze aufessen, um zu wissen wie er schmeckt. Sintemal der Geschmackssinn von elementarer Bedeutung ist und ein Grundraster vorgibt, das sich alle anderen Sinne zunutze machen, wenn nicht in so vielen Bewertungsfragen regelrecht darauf aufbauen. Hoch interessantes Thema, keine Frage, hätte diesbezüglich sogar noch etwas Detailliertes anzubieten; müßte ich aber erst suchen. Dann beim nächsten Mal. Oder wie es früher so schön hieß: Demnächst in diesem Theater. Valleicht. Schaunmerma. Es treiben sich ja doch nur Stummfische hier herum. Und was ich von denen so denke, steht auf eim annern Blatt. Wo ?! Bitte selber suchen. Ich bin schließlich nicht der Hannjer.


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<| 56. |>


Nicht bloß
ein lustiger Spruch
-

Auch schlechte Zeiten
haben ihre guten Seiten.

(Septemberspruch aus:
KALENDER-SPRÜCHE 07)

.. .Musikspur: Marin Marais - Pièce de Viole / Jordi Savall ...

Freitag, 30. April 2010

Stumpfe Stummfische

Ost-Ennerich (VSE)
29. 4. 2010 Do


Nun endlich mal wieder etwas Butter bei die Stummfische - ja die dumpfen und stumpfen Stummfische mein ich. Daß gebundene Geister mit Freigeistern erhebliche Probleme haben, erklärt übrigens Nietzsche sehr schlüssig und schneidig in seiner geschliffenen, besser messerscharfen Diktion. Gibt’s diesen Freitag auch zu hören - in meim Laden, falls es denn jemand interessieren sollte … Schreib ja nicht bloß meine Schoten hier dann und wann, sondern trage immer mal starke Texte vor und bringe sie zu Gehör. Wenn Sie also der Nervereien in der Glotze überdrüssig sind und die ständigen Krimis und Kochsendungen satt haben, wäre das valleicht eine Alternative. Sich einmal von der Magie der Sprache verzaubern zu lassen; es müssen ja nicht immer bunte, hektisch aufeinanderfolgende Bilder sein.


Am Freitag, den 30. April 2010 um 20.15

im LI-LA Literatur-Laden:

Friedrich Nietzsche - 'Menschliches, Allzumenschliches' (V)

Über die Anzeichen höherer und niederer Kultur
5. Teil der Nietzsche-Reihe mit dem Schwerpunktthema: Freie Geister und gebundene Geister und die Dialektik von Entartung und Höherentwicklung.
Eo Scheinder liest Nietzsche.

Apropos, wer hier gerne mitliest und mir seine stille Anerkennung zukommen lassen möchte, kann valleicht mal etwas bestellen, das ein oder andere meiner
Böcher, paar Karten oder ein Schild oder einen Sprüchekalender. Ich will ja nicht betteln gehen wie Jürgen Elsässer, der unter dem Artikel seine Kontonummer zwecks Bitte um eine Spende angibt und dem staunenden Leser verkündet, daß ein Artikel dieser Länge mit 300 Eurinos zu veranschlagen sei. Nein, Spendenaufrufe find ich eher doof, aber wenn man zB. mal bei mir ein Buch oder so bestellen würde, erhält man dafür auch eine Gegenleistung. Und außerdem motiviert es auch den Schreiber, wenn Sie verstehen, was ich meine …



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52.
= -

Der Irrsinn
ist bei einzelnen etwas seltenes -
aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten

die Regel.

(Friedrich Nietzsche)

Im Raucherclub hat sich auch mal wieder was getan. Hat mit dem Fröhling zu tun. Echt lustig.


…Musikspur: Squietschelum - Eo Scheinder / Neue Töne …